Rennovo
    Für Reisende in Italien

    Warum Ihr Gastgeber in Italien nach dem Ausweis fragt

    Hotel, B&B, Ferienwohnung oder eine für drei Nächte gemietete Wohnung: In Italien ist jeder, der Sie beherbergt, verpflichtet, Sie zu identifizieren und Ihre Daten der Polizei zu melden. Das ist keine Neugier Ihres Gastgebers, sondern ein Gesetz von 1931, das im ganzen Land gilt.

    Was das Gesetz sagt

    Die Pflicht steht in Artikel 109 des italienischen Polizeigesetzes, dem Regio Decreto 773 von 1931. Er verlangt von Gastgebern zweierlei: Sie dürfen nur Personen beherbergen, die sich mit einem gültigen Dokument ausgewiesen haben, und sie müssen die Personalien aller Übernachtungsgäste der zuständigen Questura melden.

    Die Meldung läuft über ein Portal der Staatspolizei, und die Frist ist knapp: innerhalb von 24 Stunden nach der Ankunft, bei Aufenthalten unter einem Tag innerhalb von 6 Stunden. Deshalb möchte Ihr Gastgeber die Daten sofort und nicht in Ruhe am nächsten Morgen.

    Das gilt auch für Wohnungen, nicht nur für Hotels

    Es ist keine reine Hotelregel. Sie gilt für alle, die entgeltlich Unterkunft gewähren, einschließlich Kurzzeitvermietungen unter 30 Tagen und Haustausch. Vor dem Gesetz hat der private Vermieter, der Ihnen eine Wohnung für ein Wochenende überlässt, genau dieselben Pflichten wie eine Hotelkette.

    Deshalb werden Sie auch dann gefragt, wenn Sie über ein Portal gebucht und nie jemanden getroffen haben: Die Plattform, auf der Sie bezahlt haben, übernimmt diese Meldung nicht für Ihren Gastgeber.

    Warum man Sie auch sehen will

    Über diesen Punkt wurde zwei Jahre lang gestritten. Ein Rundschreiben des Innenministeriums vom November 2024 verbot den vollautomatischen Check-in und Schlüsselboxen; das Verwaltungsgericht Latium setzte es einige Monate später aus; der Staatsrat entschied die Frage mit Urteil Nr. 9101 vom 21. November 2025.

    Der heutige Stand: Die Schlüssel dürfen in einer Box liegen und der Zutritt darf automatisiert sein, aber irgendwann muss Ihr Gastgeber Ihr Gesicht zusammen mit Ihrem Dokument sehen — persönlich oder in einem Videoanruf in Echtzeit. Nicht mehr zulässig ist der blinde Check-in, bei dem Sie einen Code erhalten und hineingehen, ohne dass Sie jemand je gesehen hat.

    Wenn Ihr Gastgeber also um einen kurzen Videoanruf bittet, obwohl Sie online schon alles ausgefüllt haben, macht er es Ihnen nicht schwer: Er erledigt den Teil, den das Formular nicht für ihn übernehmen kann.

    Welche Daten wirklich nötig sind — und welche niemand verlangen wird

    Vor- und Nachname, Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit sowie die Angaben zum Dokument: Art, Nummer und ausstellende Behörde. Bei Gruppen wird das vollständige Dokument nur für die Hauptperson gebraucht, für alle anderen genügen die Personalien.

    Für diese Meldung braucht niemand Ihre Kartennummer, ein Passwort, einen per SMS erhaltenen Code oder eine Zahlung. Wenn eine Nachricht das verlangt und es Check-in nennt, ist es kein Check-in, sondern der häufigste Betrugsversuch der Branche.

    Was mit Ihren Daten geschieht

    Sie gehen an die Sicherheitsbehörde, für diese Meldung und für nichts anderes: Es ist keine Werbeliste, und sie dienen nicht dazu, ein Profil von Ihnen zu erstellen.

    Wenn Sie Ihre Daten über einen Rennovo-Link eingegeben haben: Sie bleiben nur so lange, wie es dauert, die Datei zu erzeugen, die Ihr Gastgeber hochladen muss. Der Link funktioniert bis zum Tag nach der Abreise, die Daten werden dreißig Tage später gelöscht.

    Diese Seite erklärt die Regel einfach und für Reisende. Sie ist keine Rechtsberatung: Wenn Sie selbst vermieten und Sicherheit für Ihren Fall brauchen, fragen Sie eine Fachperson.

    Stand: 28. August 2026

    Sind Sie Gastgeber?

    Sie können diese Daten schon vor der Ankunft über einen Link erheben, den Sie Ihren Gästen schicken, und erhalten die fertige Datei für das Portal zurück. Kostenlos, ohne Registrierung.